Filmkritik mit Yannic
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Skyfall


Neuanfang

E

s ist fast wie ein Neuanfang als James Bond (Daniel Craig) nach seinem Sturz von einer 90 Meter hohen Eisenbahnbrücke, nach einem beeindruckenden Intro mit Adeles Titelsong auf einer Mittelmeerinsel im Bett neben einer schönen Frau aufwacht. Oscar Preisträger Sam Mendes setzt uns 2012 einen Bond vor, der fast in einer Nolan-typischen Art und Weise daher kommt. Den in den Vorgängern „Casino Royal“ (2006) und „Ein Quantum Trost“ (2008) eingeschlagenen Weg wollte Mendes vorsetzen, er wollte einen Bond kreieren der als Film eigentlich allein stehen könnte, der wie er im Interview mit der Cinema sagt: „Einen echten Mann in einer echten Situation [zeigt].“ Die Sache sollte nicht neu erfunden, sondern innovativer gestaltet werden und das geschieht auch, dabei wird der nun 50 Jahre alten Franchise jedoch mit Niveau die Treue gehalten, so z.B. wird nicht auf unsichtbare Autos oder Ähnliches gesetzt, sondern viel mehr auf Klassisches, wie den alten Aston Martin DB5 aus „Goldfinger“ (1964) und „Feuerball“ (1965). Daniel Craig muss sich diesmal als Agent mit dem Doppelnullstatus von Istanbul, Shanghai, Macau bis nach London und seinem schottischem Geburtsort Skyfall durchschlagen und das alles nur, weil sämtliche Daten über die Geheimagenten des MI6 gestohlen worden. Hinter dieser technisch, terroristischen Machenschaft steht der Bösewicht Silva (Javier Bardem), der ganz gezielt immer die Nase vorn hat und dies alles nur auf Grund eines persönlichen und unschönen Vorleben beim Secret Service tut. Nun müssen Bond und besonders dessen Vorgesetzte M (Judi Dench) sich ihrer Vergangenheit stellen. „Ich habe zwei Filme gebraucht, um zu lernen James Bond zu sein.“, dies sagt Daniel Craig ,ebenso im Interview mit der Cinema, zumindest über sich selbst und das merkt man, er wirkt geschlossener in seinem ganzen Auftreten und seiner Präsenz, allgemein wird seit „Casino Royal“ Bond auch Schwäche und Verwundbarkeit verliehen, vielleicht in „Skyfall“ wie noch nie dagewesen. Außerdem geht ein ganz großes Lob an Javier Bardem, der einen Bösewicht bringt - vollkommen anders als üblich, ein Bösewicht mit dem man, verschuldet von Bardems guten Spiel, fast sympathisieren möchte. Im 23. Bond gewinnt der berühmteste Agent der Welt seinen britischen Humor und Sarkasmus, der kürzlich verloren ging, zurück. Der Film bleibt sich und seinen Vorgängern immer treu und setzt, wie schon erwähnt auf Bewährtes und Innovation. Mit neuen Gesichtern, wie Naomie Harris als Miss Moneypenny, Ben Whishaw als neuen Quartiermeister oder Ralph Fiennes, der im Laufe des Films M als oberstes Mitglied des MI6 ablösen wird, wandelt die Geschichte sich, doch bleibt im Grunde was sie eigentlich immer war.  

Bewertung: 9,5/10Punkte – „Skyfall“ ist vielleicht der beste Film des Jahres 2012





  

Bildquellen: 
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