Filmkritik mit Yannic
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Sherlock Holmes

(UK/USA/Deutschland/2009, 128 Minuten, Action/Krimi/Abenteuer, FSK 12)

Sherlock als Popkornkino

Guy Ritchie („Snatch"), der ja dafür bekannt ist seine Filme immer auf eine neue Art und Weise zu gestalten, brachte 2009 „Sherlock Holmes“ als Actionheld im Blockbusterformat heraus, ganz anders als Benedict Cumberbatch, der „Sherlock" in der gleichnamigen BBC-Serie mimt. Echte Fans von Holmes werden wohl nicht auf ihre Kosten kommen, doch wer sich der Romanfigur von Sir Arthur Conan Doyle mit gewohnten Scharfsinn, aber auch schlagfertigen Fäusten hingibt, der kann eigentlich 130 Minuten nur gut unterhalten werden. Die Geschehen, die sich um 1890 rum abspielen und nur noch teilweise auf Doyles Büchern basieren haben ihre inhaltlichen Schwächen, denn augenscheinliche schwarze Magie und Weltherrschaft scheinen doch ein wenig weither gegriffen. Mark Strong („Kingsman - The Secret Service") als Lord Blackwood, repräsentiert das Gesicht des Bösen, ein zu recht mit dem Golden Globe ausgezeichneter Robert Downey jr. („Iron Man") als Holmes und ein neuartiger Dr. Watson in Gestalt von Jude Law („Hugo Capret") sympathisieren gemeinsam, hätten jedoch trotz guter Dialoge ihr verbales Miteinander, so wie man es aus der Literatur gewohnt ist, noch ein wenig spitzzüngiger austragen können. Tolle und oscarnominierte Musik von Hans Zimmer („Gladiator") mit musikalischen Bezügen zu England und der damaligen Zeit überzeugt ebenso wie das rekonstruierte Bild Londons. Dieses actionreiche und stark bildhafte Werk kommt trotz glänzender Hauptdarsteller und erlesener Ausstattung als etwas uninspirierte Modernisierung daher, da es an etwas Inhalt fehlt. Doch wer die handgemachte Action eines Guy Ritchie mag und Robert Downey jr. so gut gelaunt wie noch nie spielen sehen will ist hier genau richtig. 

 @Jens Bähr





Trailer unter:
www.youtube.com/watch?v=8beqXEMoPfc